Lieber Mensch, hier findest Du eine Anleitung, wie Du eine Lemniskate beziehungsweise ein Unendlichkeitssymbol zeichnen kannst. Das Faszinierende daran: Diese Form hat ihren Ursprung auch in der heiligen Geometrie. Im späteren Verlauf werde ich noch tiefer darauf eingehen, was die heilige Geometrie über diese Form aussagen kann – denn das ist wirklich spannend.
Das Wichtigste zunächst in Kürze als GIF-Animation (ausführlich weiter unten):
Natürlich gibt es wie gewohnt auch ein Video dazu:
Bei meinen geometrischen Untersuchungen der Blume des Lebens entdeckte ich eine Möglichkeit, daraus eine Lemniskate zu konstruieren.
Hinweis: Auf den Bildern sind die Bleistiftlinien zur besseren Sichtbarkeit grafisch nachgearbeitet.
Diese Anleitung zeigt die Konstruktion der Lemniskate auf einer DIN-A4-Seite. Falls Du andere Maße verwenden möchtest, musst Du die Abstände entsprechend neu berechnen. Eigentlich brauchst Du dafür nur den Abstand von der Mitte zu den beiden seitlichen Hilfspunkten.
Diesen Abstand erhältst Du, indem Du den gewünschten äußeren Kreisdurchmesser mit 0,866 multiplizierst. Gemeint ist dabei der Durchmesser der äußeren Halbkreise links und rechts. Die inneren Rundungen entstehen anschließend mit dem doppelten Radius dieser Halbkreise. Der Faktor 0,866 ergibt sich aus der Geometrie der Blume des Lebens.
In meinem Fall beträgt der Durchmesser der seitlichen Halbkreise 9 cm, also ein Radius von 4,5 cm. Daraus ergibt sich:
9 cm × 0,866 ≈ 7,8 cm
Übrigens: Dieser Faktor ist auch beim Vesica Piscis und 7-Eck Mythos sehr bedeutsam. Mehr dazu hier.
Wenn Du beispielsweise auf DIN A3 zeichnest, könntest Du größere Kreise wählen, etwa einen Kreisdurchmesser von 14 cm und damit einen Radius von 7 cm. Der Abstand links und rechts von der Mitte wäre dann:
14 cm × 0,866 ≈ 12,1 cm
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Lemniskate zeichnen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Papiermitte einzeichnen
Beginne damit, auf Deinem Blatt eine horizontale und eine vertikale Mittellinie einzuzeichnen. Beide Linien kreuzen sich exakt im Zentrum und teilen die Fläche in vier gleich große Bereiche. Diese Mitte ist der wichtigste Ausgangspunkt für die gesamte Konstruktion.
Schritt 2: Radius auf 7,8 cm einstellen
Stelle nun Deinen Zirkel mithilfe eines Lineals auf einen Radius von 7,8 cm ein. Dieser Abstand bestimmt, wo links und rechts von der Papiermitte die wichtigen Hilfspunkte für die weitere Konstruktion liegen.
Schritt 3: Radien links und rechts abtragen
Setze den Zirkel in der Papiermitte an und trage den eingestellten Radius einmal nach links und einmal nach rechts auf der horizontalen Mittellinie ab. Dadurch entstehen zwei seitliche Hilfspunkte, die später als Orientierung für die Konstruktion dienen.
Schritt 4: Radius auf 4,5 cm einstellen
Stelle den Zirkel anschließend auf 4,5 cm ein. Dieser Radius entspricht dem halben Durchmesser der seitlichen Halbkreise, die nun links und rechts entstehen.
Schritt 5: Links und rechts orthogonale Linien zeichnen
Zeichne nun durch die beiden seitlichen Hilfspunkte jeweils eine senkrechte Linie. Diese Linien stehen orthogonal zur horizontalen Mittellinie. Sie sollten mindestens 4,5 cm nach oben und 4,5 cm nach unten reichen, damit die Halbkreise sauber konstruiert werden können.

Schritt 6: Halbkreis links ziehen
Setze den Zirkel auf den linken Hilfspunkt und zeichne einen Halbkreis nach außen. Der Kreisbogen verläuft zwischen dem oberen und unteren Schnittpunkt der linken senkrechten Hilfslinie.
Schritt 7: Halbkreis rechts ziehen
Wiederhole denselben Schritt auf der rechten Seite. Setze den Zirkel auf den rechten Hilfspunkt und zeichne auch dort einen Halbkreis nach außen. Nun ist die äußere Grundstruktur der Lemniskate vorbereitet.
Schritt 8: Radius auf 9 cm einstellen
Stelle den Zirkel nun auf 9 cm ein. Dieser größere Radius wird für die inneren Kreisbögen benötigt, die vom Mittelpunkt aus zu den seitlichen Hilfslinien führen.
Schritt 9: Erster Teilkreis
Zeichne nun den ersten großen Teilkreis. Er führt von der linken oberen Hilfslinie zur Papiermitte. Dadurch beginnt die innere geschwungene Verbindung der Lemniskate.
Schritt 10: Zweiter Teilkreis
Zeichne anschließend den zweiten großen Teilkreis von der linken unteren Hilfslinie zur Papiermitte. Zusammen ergeben diese beiden Kreisbögen die linke Schleife der Lemniskate.
Schritt 11: Dritter Teilkreis
Nun wird auf der rechten Seite der dritte große Teilkreis gezeichnet. Er verläuft vom Mittelpunkt zur unteren rechten Hilfslinie und bildet den ersten Teil der rechten Schleife.
Schritt 12: Vierter Teilkreis
Zeichne zuletzt den vierten großen Teilkreis vom Mittelpunkt zur oberen rechten Hilfslinie. Damit ist die geometrische Grundform der Lemniskate vollständig konstruiert.
Schritt 13: Nachziehen
Ziehe die fertige Form nun mit einer kräftigeren Linie nach. So wird deutlich, welche Linien zur endgültigen Lemniskate gehören und welche nur als Hilfslinien gebraucht wurden.
Schritt 14: Hilfslinien ausradieren – Die Lemniskate ist fertig
Radiere zum Schluss die Hilfslinien vorsichtig aus. Übrig bleibt die fertige Lemniskate: ein harmonisch konstruiertes Unendlichkeitssymbol aus Kreisbögen.
Die mathematische Herleitung der 0,866 aus der Blume des Lebens
Vielleicht fragst Du Dich nun, woher eigentlich der Faktor 0,866 stammt. Tatsächlich ergibt sich dieser direkt aus der Geometrie der Blume des Lebens beziehungsweise aus einem speziellen rechtwinkligen Dreieck innerhalb dieser Struktur.
Betrachtet man die Kreismittelpunkte der Blume des Lebens, entsteht ein gleichseitiges Dreieck. Halbiert man dieses gedanklich, erhält man ein rechtwinkliges Dreieck mit folgenden Eigenschaften:
- Hypotenuse = Radius des Kreises
- Ankathete = gesuchter Abstand zur Mitte
- Gegenkathete = halber Radius (ein gleichseitges Dreieck hätte Radius 1)
Das Verhältnis ergibt sich über den Satz des Pythagoras:
a² + b² = c²
Da die Hypotenuse den Wert 1 besitzt und die Gegenkathete 0,5 beträgt, ergibt sich:
x² + 0,5² = 1²
x² + 0,25 = 1
x² = 0,75
x = √0,75 ≈ 0,866
Genau daraus entsteht der Faktor 0,866. Dieser beschreibt den horizontalen Abstand vom Mittelpunkt zu den seitlichen Kreismittelpunkten der Lemniskate-Konstruktion.
Oder einfacher gesagt:
Kreisdurchmesser × 0,866 = Abstand links und rechts von der Mitte
Dadurch lässt sich die Konstruktion problemlos auf andere Größen übertragen – egal ob DIN A4, DIN A3 oder noch größere Formate.
Die Lemniskate der heiligen Geometrie?
Nun geht es ein wenig tiefer in die Bedeutung und Symbolik dieser Form. Während der Konstruktion fiel mir auf, dass sich die Radien innerhalb der Lemniskate ähnlich verhalten wie bei der Fibonacci-Kurve. Auch dort entstehen harmonische Übergänge aus klaren geometrischen Verhältnissen. Genau das fasziniert mich an der heiligen Geometrie immer wieder: Aus einfachen mathematischen Grundlagen entstehen Formen, die erstaunlich lebendig und natürlich wirken.
Da ich diese spezielle Konstruktion innerhalb der Blume des Lebens entdeckt habe, stellte sich mir natürlich die Frage, wie man sie überhaupt nennen könnte. Es existieren bereits verschiedene Formen der Lemniskate – die bekannteste dürfte die Lemniskate von Bernoulli sein. Deshalb nenne ich diese hier für mich die „Lemniskate der heiligen Geometrie“, weil sie sich direkt aus den geometrischen Beziehungen der Blume des Lebens ableiten lässt.
Mir geht es dabei allerdings weniger darum, etwas zu „beanspruchen“, sondern vielmehr darum, eine faszinierende geometrische Entdeckung zu teilen. Vielleicht haben andere Menschen ähnliche Zusammenhänge bereits gesehen – vielleicht auch nicht. Für mich persönlich war dieser Moment jedenfalls etwas Besonderes.
Die Bedeutung der Lemniskate
Die Lemniskate wird meist sofort mit dem Unendlichkeitssymbol verbunden – der liegenden Acht. Doch betrachtet man die Form etwas genauer, wirkt sie beinahe wie ein ewiger Fluss: zwei Pole, die miteinander verbunden sind und ständig ineinander übergehen.
Spannend wird es besonders, wenn man diese Form räumlich betrachtet. Rotiert man eine Lemniskate beziehungsweise ihre Kreisbewegung gedanklich im Raum, erinnert das stark an einen Torus – also jene ringförmige Energieform, die in vielen Bereichen der Natur auftaucht. Genau das habe ich in diesem Short verdeutlicht, weil mich dieser Zusammenhang unglaublich fasziniert hat:
Für mich symbolisiert die Lemniskate deshalb vor allem Verbindung: innen und außen, Ruhe und Bewegung, Geben und Empfangen. Auch im Zusammenhang mit dem Herzfeld erinnert die Form an einen stetigen Austausch zwischen dem inneren Menschen und seiner Umgebung.
Man könnte sagen: Die Lemniskate verbindet Gegensätze, ohne sie voneinander zu trennen. Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum diese Form auf viele Menschen so harmonisch und beruhigend wirkt.
Die Lemniskate in der Therapie
Interessanterweise wird das Nachzeichnen einer Lemniskate tatsächlich auch in therapeutischen und pädagogischen Bereichen eingesetzt. Die gleichmäßige, fließende Bewegung kann beruhigend wirken und unterstützt die koordinierte Zusammenarbeit beider Gehirnhälften. Besonders die stetige Überkreuzung in der Mitte erzeugt einen rhythmischen Bewegungsablauf, der vielen Menschen beim Entspannen oder Konzentrieren hilft.
Vielleicht kennst Du dieses Gefühl sogar selbst: Wenn man die Form immer wieder nachzeichnet, entsteht beinahe eine meditative Ruhe. Die Bewegung hört nie wirklich auf – sie fließt einfach weiter.
Zum meditativen Zeichnen eignen sich weiche Wachsmalstifte besonders gut, da die Bewegung damit sehr angenehm und fließend wird.
Nun noch etwas mehr Tiefe?
Während ich diese Anleitung erstellt habe, sind mir weitere faszinierende Zusammenhänge aufgefallen. Innerhalb der Blume des Lebens wirkt die Lemniskate beinahe wie ein Augenpaar. Dieses „Auge“ entsteht aus den geometrischen Überschneidungen der Vesica Piscis. Die Mittelpunkte erinnern dabei fast an Pupillen, während die umliegenden Linien an Irisstrukturen oder feine Fasern eines Auges denken lassen.
Natürlich ist das eine symbolische Betrachtung und meine persönliche Interpretation. Doch genau diese Dinge faszinieren mich an der heiligen Geometrie: Dass geometrische Formen plötzlich beginnen, an natürliche Strukturen des Lebens zu erinnern.
Als ich diese Zusammenhänge sah, hatte ich sofort das Gefühl, dass darin eine tiefere Botschaft verborgen liegen könnte. Vielleicht sinnbildlich so etwas wie:
„Erkenne die Unendlichkeit in Dir selbst.“
Denn die Lemniskate wirkt nicht nur wie ein Symbol für Unendlichkeit im Außen, sondern auch wie ein Spiegel nach innen. Als würde die Geometrie selbst daran erinnern, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind.
Bilder sagen hier wahrscheinlich mehr als tausend Worte:

Ein Augenpaar samt Lemniskate in der Blume des Lebens. So habe ich es entdeckt.
Noch erstaunlicher fand ich, dass die Lemniskate innerhalb der Blume des Lebens sogar mehrfach erscheint. In der folgenden Animation erkennst Du gleich mehrere ineinanderliegende Formen. Mich erinnert das stark an den keltischen Knoten sowie auch an das Yin und Yang, die sich ebenfalls symbolisch in der heiligen Geometrie wiederfinden lassen. Und es war ja klar: genau 3 mal ist Lemniskate in der Blume des Lebens zu finden, was ich in diesem Shorty zeige:
Nun, ich, für mich ist es nicht nur ein geometrisches Muster. Die Lemniskate und somit auch die heilige Geometrie ist göttlicher Natur.
Übrigens: Auch im keltischen Knoten scheint die Lemniskate vor zu kommen. Mehr in diesem Beitrag.
Es wirkt beinahe so, als würden all diese Symbole auf derselben grundlegenden geometrischen Ordnung beruhen.























