Hast Du Dich auch schon einmal gefragt, wie man eigentlich eine Schnecke zeichnen kann – beziehungsweise ihr Schneckenhaus? Die Antwort findest Du hier. In dieser Anleitung zeige ich Dir, wie Du ganz einfach mit Zirkel und Lineal ein Schneckenhaus konstruieren kannst: Und das ganz ohne großes künstlerisches Können. Eine Freihandzeichnung ist dafür nicht nötig. In dieser Schritt für Schritt Anleitung zeige ich, wie Du auf DIN-A4 einfach zeichnen kannst. Dies zeige ich Dir in diesem Beitrag – sowohl als Video als auch als bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung. Später nehme ich noch Bezug der Schneckenform zur heiligen Geometrie.

Zunächst einmal: Für diejenigen, die es schnell wissen wollen, gibt es hier zuerst eine Animation dazu. Wenn es Dir zu schnell geht, findest Du weiter unten die ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Schneckenhaus zeichnen mit Zirkel und Lineal: Animation der Konstruktion mit Kreis, Zwölfteilung, Spiralpunkten, Segmentlinien und Schattierung.
Schritt-für-Schritt-Animation: Aus einem Kreis mit Zwölfteilung, logarithmisch wachsenden Punkten und Segmentlinien entsteht ein konstruiertes Schneckenhaus.

Das passende Video dazu:

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Vorbereitung: Mittelpunkt, Grundkreis und Zwölfteilung

Bevor die eigentliche Schneckenhaus-Spirale entsteht, brauchst Du zuerst eine klare geometrische Grundlage. Dafür bestimmst Du den Mittelpunkt des Papiers, zeichnest einen großen Grundkreis und teilst diesen Kreis anschließend in zwölf gleichmäßige Teile.

Ich habe die zwölf aus zwei Gründen gewählt: erstens, sie passt in die Sechserstruktur der Blume des Lebens und der heiligen Geometrie und zweitens ist es dadurch wesentlich einfacher zu zeichnen, da die Sechs– oder Zwölfteilung eines Kreises aufgrund der heiligen Geometrie recht einfach ist. Was aber nicht zwingend heißt, dass jede Schnecke genau diese Segmentanzahl hat, später aber dazu mehr.

Der große Kreis legt bereits die äußere Größe des späteren Schneckenhauses fest. In dieser Anleitung entspricht sein Radius ungefähr 9,6 cm. Außerdem wird dieser Grundkreis später noch einmal genutzt, denn der letzte Punkt der Spirale liegt genau auf seinem Rand. Danach wird der Kreis mit Zirkel und Lineal weiter unterteilt, damit Du die Punkte der Spirale sauber abmessen kannst.

Hinweis: Du kannst die Bilder durch Anklicken in groß betrachten.

Papier für die Schneckenhaus-Zeichnung mit waagerechter und senkrechter Mittellinie zur Bestimmung des Mittelpunktes.
Zuerst wird das Papier waagerecht und senkrecht geteilt. So entsteht der Mittelpunkt für die weitere Konstruktion.
Mit dem Zirkel wird der große Grundkreis für das Schneckenhaus gezeichnet und zugleich die erste Markierung für die Sechsteilung gesetzt.
Der große Grundkreis legt die äußere Größe des Schneckenhauses fest. Mit demselben Zirkelmaß werden direkt die ersten Markierungen für die Sechsteilung gesetzt.

Der Zirkel bleibt dabei auf demselben Maß eingestellt. Dadurch kannst Du den Radius des Grundkreises direkt auf der Kreislinie abtragen. So entsteht zuerst eine Sechsteilung des Kreises, die anschließend zur Zwölfteilung erweitert wird.

Behalte hierzu den Radius 9,6cm bei und steche in den Überschneidungspunkt der Vertikalen (also die Linie von oben nach unten) und der Kreislinie ein und setze links und rechts eine Markierung über den Kreis. So sind schon 3 von 6 Punkte klar.

Der Zirkel wird auf der Kreislinie angesetzt, um die erste Markierung für die Sechsteilung des Kreises zu setzen.
Vom Rand des Kreises aus werden mit demselben Zirkelmaß die ersten Markierungen gesetzt.

Steche nun in die gesetzte Markierung links und rechts ein und setze weitere Markierungen auf der Kreislinie.

Weitere Zirkelmarkierungen auf der Kreislinie bereiten die gleichmäßige Sechsteilung des Grundkreises vor.
Mit unverändertem Zirkelradius werden weitere Punkte auf der Kreislinie markiert.
Der Grundkreis ist mit mehreren Zirkelmarkierungen versehen, die eine gleichmäßige Sechsteilung ermöglichen.
Die Markierungen auf der Kreislinie zeigen nun die Grundlage für die spätere Zwölfteilung.

Nun ist die Sechsteilung fertig. Aus der Sechsteilung entsteht nun die Zwölfteilung. Diese zwölf Richtungen sind später wichtig, weil die Punkte der Schneckenhaus-Spirale nicht frei gesetzt werden. Sie werden immer vom Mittelpunkt aus entlang des jeweils nächsten Strahls gemessen.
Steche also wieder mit demselben Radius von 9,6cm in die Überschneidung der Horizontalen (also die Linie von links nach rechts) mit dem Kreis ein und setze genau wie oben weitere Markierungen entlang des Kreises. So entsteht ganz einfach eine Zwölfteilung – für mich eine Faszination der heiligen Geometrie.

Mit dem Zirkel werden zusätzliche Markierungen gesetzt, um den Kreis von sechs auf zwölf gleiche Abschnitte zu erweitern.
Aus der Sechsteilung entsteht nun die Zwölfteilung des Kreises.
Der Zirkel setzt weitere Zwischenmarkierungen auf dem Kreis, damit zwölf gleichmäßige Strahlen entstehen können.
Steche in die gesetzte Markierung ein und zeichne eine neue Markierung.
Der Zirkel markiert die letzten Punkte auf der Kreislinie für die gleichmäßige Zwölfteilung des Grundkreises.
Nutze die linke Überschneidung Kreislinie und Horizontale, um weitere Markierungen für die Zwölfteilung zu zeichnen.
Ein Lineal liegt am Kreis, während die Markierungen für die Zwölfteilung vorbereitet werden.
Auch auf der rechten Seite in Überkreuzungspunkt ein stechen und Markierungen setzen.

Wenn alle Markierungen gesetzt sind, verbindest Du sie diagonal durch den Mittelpunkt – also immer Gegenüberliegend. Dadurch entsteht ein Kreis mit zwölf Teilen. Diese Zwölfteilung ist das Raster, auf dem im nächsten Schritt die Punkte der Schneckenhaus-Spirale abgemessen werden.

Zwölfteilung des Grundkreises für ein Schneckenhaus: Alle Markierungen auf der Kreislinie sind mit dem Mittelpunkt verbunden.
Die Markierungen auf der Kreislinie werden mit dem Mittelpunkt verbunden. So entsteht die Zwölfteilung, auf der später die Spiralpunkte gemessen werden.

 

Die 25 Punkte der Schneckenhaus-Spirale abmessen

Erstmal: Warum 25 Punkte? Eigentlich könnte man meinen, für zwei vollständige Runden auf einer Zwölfteilung würden 24 Punkte genügen. Tatsächlich braucht es aber einen 25. Punkt. Erst dadurch endet die Spirale wieder auf derselben horizontalen Ebene wie ihr Ausgangspunkt und wirkt dadurch harmonischer.

Nun beginnt der wichtigste Teil der Konstruktion: Die Punkte der Schneckenhaus-Spirale werden gesetzt. Dabei misst Du jeden Abstand immer vom Mittelpunkt aus entlang des nächsten Strahls. Nach jedem Punkt drehst Du das Papier im Uhrzeigersinn weiter zum nächsten Strahl und setzt dort das nächste Maß.

Wähle also einen Strahl aus, es ist eigentlich egal welcher – er bestimmt nur, in welcher Lage die Schnecke nachher gedreht ist. In meinem Fall nehme ich nun den Strahl waagrecht von der Mitte nach rechts.

Messe nun ab, beginne bei 1cm. Drehe dann das Papier weiter, bis der nächste Strahl am Lineal anliegt und nimm das nächste berechnete Maß. Die Spirale wächst bei jedem neuen Punkt um etwa 10 %. Dadurch entsteht eine vergleichsweise flache logarithmische Spirale, die natürlichen Schneckenhäusern ähnlicher ist als die deutlich steilere Fibonacci-Spirale. Wenn Du andere Formate zeichnen möchtest, kannst Du einfach wieder einen zwölfgeteilten Kreis verwenden und angefangen bei Deinem Startmaß mit 1,1 multiplizieren. Das Ergebnis wird dann wieder mit 1,1 multipliziert, usw.

Übrigens: Laut meiner Praxis ist es einfacher, das Papier zu drehen, anstatt das Lineal. Weil man dann nicht aneckt.

Die folgenden Bilder zeigen drei Beispiele aus dieser Messreihe. Das Prinzip bleibt immer gleich, nur die Abstände werden Schritt für Schritt größer. Weiter unten ist die entsprechende Tabelle.

Erster Spiralpunkt für das Schneckenhaus: Das Lineal liegt am Mittelpunkt und der Punkt wird bei 1,0 cm auf dem ersten Strahl markiert.
Der erste Punkt wird bei 1,0 cm vom Mittelpunkt aus auf dem ersten Strahl markiert.
Fortgeschrittener Messpunkt der Schneckenhaus-Spirale: Das Lineal wird am Mittelpunkt angelegt und ein Punkt bei etwa 6,0 cm markiert.
Auch bei größeren Abständen bleibt das Prinzip gleich: Immer vom Mittelpunkt aus entlang des nächsten Strahls messen.
Ein äußerer Spiralpunkt für das Schneckenhaus wird bei etwa 8,7 cm vom Mittelpunkt aus auf einem Strahl markiert.
Die äußeren Punkte nähern sich bereits dem Grundkreis. Die Spirale ist nun fast vollständig vorbereitet.

 

Damit Du nicht jeden einzelnen Messschritt als Bild brauchst, findest Du hier alle 25 Maße übersichtlich in einer Tabelle. Die Werte werden immer vom Mittelpunkt aus gemessen.

Die Abstände wachsen Schritt für Schritt um etwa 10 %. Dadurch entsteht keine klassische Fibonacci-Spirale, sondern eine flacher wachsende logarithmische Spirale, die sich gut für diese Schneckenhaus-Konstruktion eignet.

PunktAbstand zur Mitte
11,00 cm
21,10 cm
31,21 cm
41,33 cm
51,46 cm
61,60 cm
71,76 cm
81,93 cm
92,12 cm
102,33 cm
112,57 cm
122,82 cm
133,10 cm
143,40 cm
153,74 cm
164,11 cm
174,51 cm
184,96 cm
195,45 cm
205,99 cm
216,58 cm
227,23 cm
237,95 cm
248,73 cm
259,59 cm

 

Nach zwölf Punkten bist Du einmal um den Mittelpunkt herum. Danach beginnt die zweite Runde wieder auf dem ersten Strahl. Der letzte Punkt liegt auf dem äußeren Grundkreis und bestimmt die äußerste Größe der Schnecke.

Der letzte Punkt der Schneckenhaus-Spirale liegt auf dem Schnittpunkt zwischen äußerem Grundkreis und Strahl.
Der letzte Punkt wird nicht mehr frei gemessen. Er liegt dort, wo der Strahl den äußeren Grundkreis schneidet.

 

Die Punkte zur Schneckenhaus-Spirale verbinden

Nun entsteht die eigentliche Schnecke, nun wird sie sichtbar!

Wenn alle Punkte gesetzt sind, werden sie der Reihe nach miteinander verbunden. Dadurch entsteht die Schneckenform – ja man möchte meinen, da es Linien sind, ist das kantig. Aber meine Praxis hat gezeigt: Dadurch, dass es relativ viele Linien sind, wirkt es optisch nicht so. Zudem ist auch möglich, künstlerisch sie leicht gebogen zu machen. Ich würde aber davon abraten, ich habe es selbst versucht. Es reicht als Linie. Später nach dem Schattieren fällt das gar nicht auf.

Diese Linie zeigt also den Verlauf der Schneckenhaus-Spirale und wird später beim Ausarbeiten weicher und natürlicher wirken.

Man könnte auch eine Urzeitschnecke damit meinen. Die sind auch ein bisschen „kantiger“. Oder?

 

Auch hier reichen einige Beispielbilder aus, denn das Prinzip bleibt gleich: Du verbindest immer den nächsten Punkt mit dem vorherigen Punkt, bis die Spirale außen am Grundkreis ankommt.

 

Die ersten Punkte der Schneckenhaus-Konstruktion werden mit dem Lineal zu einer Spirale verbunden.
Nun werden die gesetzten Punkte der Reihe nach verbunden. So entsteht die erste Form der Schneckenhaus-Spirale.

 

Die Schneckenhaus-Spirale wird weiter nach außen gezeichnet, indem die Punkte mit dem Lineal verbunden werden.
Die Spirale wächst nach außen. Punkt für Punkt wird der Verlauf der Schneckenform sichtbar.
Die äußeren Punkte der Schneckenhaus-Spirale werden verbunden und führen die Linie in Richtung Grundkreis.
Im äußeren Bereich wird die Spirale weitergeführt. Die Form nähert sich nun dem großen Grundkreis.

 

Die Schneckenhaus-Spirale wird bis zum äußeren Grundkreis verbunden und dort sauber abgeschlossen.
Die Spirale wird bis zum äußeren Grundkreis geführt. Damit ist die Grundform des Schneckenhauses fertig.

 

Fertige Grundstruktur der Schnecke mit verbundener Spirale und sichtbaren Hilfslinien.
Die Punkte sind verbunden. Die Grundstruktur der Schnecke ist nun gut erkennbar. Hier wird die Überschneidung des Grundkreises mit der Horizontalen als letzten Verbindungspunkt genutzt.

Die Segmente in der Schnecke

Die Grundform der Schnecke ist nun fertig. Im nächsten Schritt werden die Segmentlinien eingezeichnet, damit das Schneckenhaus seine typische innere Struktur bekommt. Verbinde hierzu einfach alle Punkte mit einer Geraden durch die Mitte mit einem Filzstift. Aufpassen: Nicht darüber hinaus malen!

Denke daran: Du zeichnest hier eine Schnecke. Schnecken sind langsam aber beharrlich. Sie kommen zwar langsam ans Ziel, dafür aber sicher! Diese Bedeutung hat für mich auch diese Symbolik der Schnecke.

 

Die erste Segmentlinie der Schnecke wird mit dem Lineal vom inneren Bereich bis zum äußeren Rand gezeichnet.
Die erste Segmentlinie wird vom inneren Bereich der Spirale bis zum äußeren Rand gezogen.

 

 

Eine weitere Segmentlinie wird mit dem Lineal in die Schneckenhaus-Spirale eingezeichnet.
Die nächste Segmentlinie folgt demselben Prinzip und verbindet wieder Innenbereich und Außenrand.

 

Eine weitere Segmentlinie wird vom Zentrum der Schneckenform bis zum äußeren Spiralrand gezeichnet.
Weitere Segmentlinien werden ergänzt, bis die Schnecke ihre innere Struktur bekommt.

 

Die Schneckenhaus-Zeichnung ist mit allen Segmentlinien fertig vorbereitet.
Alle Segmentlinien sind eingezeichnet. Die typische Struktur des Schneckenhauses ist nun fertig.

Vom Schnecke zeichnen, zum Schnecke malen

Nun kommt der plastische Feinschliff, der mir am meisten Spaß gemacht hat. Dennoch solltest Du im Vorfeld erst die Hilfslinien sauber raus radieren.

Die überflüssigen Konstruktionslinien der Schneckenhaus-Zeichnung werden mit einem Radiergummi entfernt.
Jetzt werden die Hilfslinien vorsichtig wegradiert, damit nur die Schneckenform stehen bleibt.

 

Fertige Schneckenhaus-Grundstruktur ohne Hilfslinien, bereit zum Ausmalen und Schattieren.
Nach dem Radieren ist die klare Grundstruktur der Schnecke fertig und bereit zum Ausmalen.
Bild von einer Blumes des Lebens mit lichtvollen betenden Händen darüber.
Empfindest Du diese Anleitung als wertvoll? So bitte ich Dich um eine Spende, mehr erfährst Du hier.

Schnecke fertig gezeichnet. Aber noch nicht gemalt!

Jetzt geht es ans Schattieren, damit die plastische Form zur Geltung kommt. Das macht die Schnecke besonders anschaulich. Nutze für diesen Schritt einen möglichst weichen Bleistift – oder noch besser: Kohlestifte. Ich hatte allerdings keine Kohlestifte zur Hand, deshalb musste es mit Bleistift sein. Übrigens: Mit Buntstiften funktioniert es nicht ganz so gut. Aber vielleicht hast Du bspw. Wasserfarben oder Aquarell? Denn damit lassen sich besonders gut Verläufe malen. Wichtig ist nur, dass pro Segment immer von außen nach innen Schattiert wird.

In meinem Fall nahm ich einen Bleistift und das hat hervorragend funktioniert. Trage also außen pro Segment viel „Farbe“ auf und lass es bis zur Mitte des Segments immer weniger werden. Auch die Eckigen Konturen lassen sich so auch mehr besänftigen: Male, wenn möglich in Rundungen.

Die ersten Segmente des Schneckenhauses werden mit einem Bleistift schattiert.
Nun beginnt die Schattierung. Die äußeren Bereiche der Segmente werden mit Bleistift dunkler angelegt.

 

Weitere Segmente des Schneckenhauses werden mit Bleistift schattiert, um mehr Tiefe zu erzeugen.
Weitere Segmente werden schattiert. Dadurch bekommt das Schneckenhaus mehr Tiefe und wirkt plastischer.

 

Bleistift ist Barmherzig!

Nun kannst Du mit dem Finger die Schattierung von Außen nach Innen des Segments streichen. Es empfiehlt sich, dann wieder neu zu schattieren und neu zu verstreichen. Mit Bleistift kann man schon hin und her jonglieren. Das macht nichts, wenn es zu wenig oder zu viel ist an einer Stelle. Der Radiergummi hilft beim ausbügeln.

Meine Empfehlung aus der Praxis: Mache den Vorgang mehrmals, wiederhole ihn.

 

Die Bleistiftschattierung des Schneckenhauses wird mit dem Finger weich verwischt.
Die Bleistiftschattierung wird mit dem Finger verwischt, damit weichere Übergänge entstehen.

 

Die Schattierung des Schneckenhauses wird mit einem Radiergummi aufgehellt und korrigiert.
Mit dem Radiergummi können helle Stellen wieder herausgearbeitet und kleine Fehler korrigiert werden.

So sah dann mein Ergebnis aus. Ja, es hat Spaß gemacht und ich bin zufrieden:

 

Das Schneckenhaus wird mit Bleistift nachschattiert und erhält den letzten Feinschliff.
Zum Schluss wird die Schattierung noch einmal nachgearbeitet, bis die Form stimmig wirkt.

Ich habe dann noch ein bisschen weiter gewerkelt und es wurde nach und nach besser. Unten siehst Du das Resultat.

Fertiges gezeichnetes Schneckenhaus mit Spirale, Segmentlinien und plastischer Bleistiftschattierung.
Das fertige Schneckenhaus: konstruiert mit Zirkel und Lineal und anschließend plastisch schattiert.

 

Ist ein Schneckenhaus wirklich eine Fibonacci-Spirale?

Immer wieder liest man, dass Schneckenhäuser auf dem Goldenen Schnitt oder der Fibonacci-Spirale basieren. Auch ich habe das lange Zeit geglaubt. Schaut man jedoch genauer hin, wird schnell klar: So einfach ist es nicht.

Tatsächlich wachsen viele Schneckenhäuser logarithmisch. Das bedeutet, dass sich ihre Form bei jedem Wachstumsschritt proportional vergrößert. Dadurch entstehen Spiralen, die der bekannten Fibonacci-Spirale zwar ähnlich sehen können, mathematisch aber etwas anderes sind.

Hinzu kommt, dass es in der Natur nicht nur eine einzige Schneckenform gibt. Manche Schnecken wachsen steiler, andere flacher. Jede Art besitzt ihre eigene Wachstumsrate. Deshalb gibt es auch nicht die eine Schnecken-Spirale.

Die hier verwendete Spirale wächst pro Schritt um etwa 10 %. Eine klassische Goldene Spirale (PHI) beziehungsweise Fibonacci-Spirale wächst deutlich stärker.

Natürlich kannst Du mit anderen Wachstumsraten experimentieren. Erhöhst Du den Faktor, wird die Spirale weiter geöffnet. Verringerst Du ihn, wird sie kompakter. Genau darin liegt für mich die Faszination: Aus einem einfachen geometrischen Prinzip können ganz unterschiedliche Formen entstehen.

Vielleicht ist das sogar eine schöne Erinnerung daran, dass die Natur nicht immer exakt einer mathematischen Formel folgt. Oft bewegt sie sich irgendwo dazwischen – und genau das macht sie so interessant.

Ich finde, die Formgebung und Farbgestaltung erinnert ein bisschen an eine Urzeitschnecke.

 

Übrigens: Die Bemerkung mit der Urzeitschnecke stammt ursprünglich von meiner Freundin. Als sie die fertige Zeichnung sah, meinte sie spontan, sie erinnere sie an eine Urzeitschnecke. Seitdem bekomme ich diesen Gedanken nicht mehr aus dem Kopf. Und ich finde, sie hat recht. Deshalb gehen an dieser Stelle die liebsten Grüße an sie ❤️

 

Weitere geometrische Zeichenanleitungen

Wenn Dir diese Schneckenhaus-Konstruktion gefallen hat, könnten Dich auch die folgenden Anleitungen interessieren:

Und viele andere. Du kannst ja mal bei den Anleitungen stöbern.

 

Wenn Du tiefer in die Mathematik hinter solchen Spiralen eintauchen möchtest, findest Du im Wikipedia-Artikel zur logarithmischen Spirale weitere Informationen über ihre Eigenschaften und ihr Vorkommen in der Natur.

 

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