Hast Du Dich schon einmal gefragt, wie man den platonischen Körper Oktaeder zeichnet? Dann bist Du hier an der richtigen Stelle.
In dieser Anleitung zeige ich Dir Schritt für Schritt, wie Du einen Oktaeder zeichnen kannst.
Der Oktaeder ist einer der fünf platonischen Körper. Er besteht aus acht dreieckigen Flächen und lässt sich wie zwei Pyramiden verstehen, die an ihrer Grundfläche miteinander verbunden sind. Eine Spitze zeigt nach oben, eine nach unten. Genau dadurch entsteht diese schöne Wirkung von Mitte, Ausgleich und Balance.
Das Wichtigste in Kürze als schnelle Animation. Wenn Du die Schritte in Ruhe anschauen möchtest, findest Du unten den Beitrag samt Video dazu.
Diese Animation zeigt die komplette Zeichenanleitung für einen Oktaeder: von der Markierung der Papiermitte über Kreis und Sechseck bis zur schattierten räumlichen Form.
Oktaeder zeichnen – die kurze Erklärung
Um einen Oktaeder zu zeichnen, markierst Du zuerst die Mitte Deines Papiers. Dann zeichnest Du einen Kreis und konstruierst daraus ein regelmäßiges Sechseck. Anschließend verbindest Du jeden zweiten Punkt im Sechseck. Dadurch entsteht ein Dreieck. Wenn Du nun die Hilfslinien ausradierst und die Flächen schattierst, entsteht daraus die räumliche Form des Oktaeders.
Die Grundlage dieser Anleitung ist sehr einfach: Kreis, Sechseck und Dreieck. Genau diese Formen tauchen auch in der heiligen Geometrie immer wieder auf.
Zur ausführlichen Anleitung, einen Oktaeder zu zeichnen
Finde zunächst einfach die Mitte Deines Blattes oder zeichne ein Kreuz mit zwei Orthogonalen. Orthogonal bedeutet: Die beiden Linien stehen senkrecht aufeinander.
Im Prinzip ist dieser Schritt nicht zwingend notwendig. Die heilige Geometrie ist so aufgebaut, dass vieles aus sich heraus entsteht. Du könntest also auch eine Saat des Lebens zeichnen – ganz ohne Messen, nur mit Kreisen. Aus dieser Ordnung heraus lassen sich die Punkte ebenfalls finden.
Für diese Anleitung gehen wir aber den schnellen und praktischen Weg. So liegt der Oktaeder gleich mittig auf dem Blatt und die Konstruktion bleibt sehr klar.
Du kannst entweder das Video anschauen oder der bebilderten Anleitung darunter folgen. Später gehe ich noch darauf ein, wo der Oktaeder in der heiligen Geometrie zu finden ist, wie er mit dem Hexaeder zusammenhängt und welche Bedeutung diese Form haben kann.
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Material für die Zeichenanleitung
Für diese Anleitung brauchst Du:
ein Blatt Papier, zum Beispiel DIN A4
einen Zirkel
ein Lineal
einen Bleistift
einen Filzstift oder Fineliner
einen Radiergummi
optional einen weichen Bleistift zum Schattieren
Hinweis: Diese Anleitung bezieht sich auf die Papiergröße DIN A4 als Beispiel. Falls Du es kleiner oder größer brauchst, so ändere einfach den Radius des Zirkels.
Schritt 1: Zeichne die Mitte ein
Falls Du den praktischen Weg gehen möchtest, zeichne zuerst die Mitte in Dein Blatt ein. Am einfachsten geht das mit zwei Geraden: einer senkrechten und einer waagerechten Linie.
Bei DIN A4 im Hochformat misst Du 10,5 cm von links ab und ziehst dort eine senkrechte Linie. Danach misst Du 14,85 cm von oben ab und zeichnest die waagerechte Linie. Dort, wo sich beide Linien schneiden, liegt die Mitte des Blattes.
Im ersten Schritt der Anleitung zum Oktaeder zeichnen wird die Mitte des Papiers mit einem Kreuz markiert.
Schritt 2: Stelle den Radius ein
Stelle Deinen Zirkel auf einen Radius von 9 cm ein. Dieser Radius passt gut auf eine DIN-A4-Seite.
Natürlich kannst Du auch einen anderen Radius wählen. Wichtig ist nur, dass der Kreis später mit etwas Rand auf Dein Papier passt.
Für die Konstruktion des Oktaeders wird der Zirkel auf einen Radius von 9 cm eingestellt.
Schritt 3: Zeichne den Kreis
Stich nun mit dem Zirkel in die Mitte des Blattes ein und zeichne einen Kreis. Dieser Kreis ist die Grundlage für die weitere Konstruktion.
Achte darauf, den Radius im Zirkel danach nicht zu verändern. Wir brauchen genau diesen Radius gleich noch einmal, um die Punkte für das Sechseck auf der Kreislinie zu markieren.
Der Zirkel wird in der Mitte des Papiers eingestochen, um den Grundkreis für die Oktaeder-Zeichnung zu ziehen.
Schritt 4: Markiere die oberen Punkte auf der Kreislinie
Behalte den Radius bei. Stich oben am Schnittpunkt von Senkrechter und Kreis ein. Von dort aus markierst Du links und rechts auf der Kreislinie den gleichen Abstand.
So entstehen die ersten beiden zusätzlichen Punkte für das regelmäßige Sechseck.
Schritt 5: Markiere die unteren Punkte auf der Kreislinie
Das Gleiche machst Du nun unten. Stich am unteren Schnittpunkt von Senkrechter und Kreis ein und markiere wieder links und rechts auf der Kreislinie den gleichen Abstand.
Nun hast Du sechs gleichmäßig verteilte Punkte auf dem Kreis: oben, unten und jeweils zwei seitliche Punkte.
Am unteren Schnittpunkt von Senkrechter und Kreis wird der Zirkel erneut eingestochen, um die unteren Markierungen zu setzen.Links unten wird mit unverändertem Radius ein weiterer Punkt auf der Kreislinie für das regelmäßige Sechseck gesetzt.Rechts unten wird der letzte Hilfspunkt auf der Kreislinie markiert, sodass sechs gleichmäßig verteilte Punkte entstehen.
Schritt 6: Verbinde die Punkte zu einem Sechseck
Verbinde nun diese sechs Punkte miteinander. Dadurch entsteht ein regelmäßiges Sechseck.
Dieses Sechseck ist nicht nur ein Hilfsmittel. Es ist eine sehr grundlegende Form der heiligen Geometrie. Es entsteht aus dem Kreis heraus und zeigt bereits die Ordnung, die später auch in der Saat des Lebens und in der Blume des Lebens sichtbar wird.
Die sechs Punkte auf der Kreislinie werden mit einem Filzstift zu einem regelmäßigen Sechseck verbunden.
Schritt 7: Zeichne das Dreieck im Sechseck
Verbinde nun jeden zweiten Punkt miteinander. Dadurch entsteht ein regelmäßiges Dreieck im Sechseck: Typisch für die harmonische Ordnung der heiligen Geometrie.
Genau dieser Schritt macht die Zeichnung räumlich lesbar. Zusammen mit dem Sechseck entsteht nun die Form, die wie ein Oktaeder wirkt: oben eine Spitze, unten eine Spitze und dazwischen die seitlichen Kanten.
Für die räumliche Form des Oktaeders wird im Sechseck jeder zweite Punkt miteinander verbunden.
Schritt 8: Radiere die Hilfslinien heraus
Radiere nun die Hilfslinien heraus. Der Kreis und das Kreuz in der Mitte werden nicht mehr benötigt.
Lass Dir dafür ruhig etwas Zeit. Wenn die Hilfslinien verschwinden, tritt die eigentliche Form des Oktaeders viel klarer hervor.
Praxistipp: Halte das Papier unter dem Radiergummi mit der anderen Hand straff, indem Du es mit den Fingern auseinander ziehst. So kann es weniger knicken.
Die überflüssigen Hilfslinien werden ausradiert, damit die Form des Oktaeders klarer sichtbar wird.
Schritt 9: Schattiere die Flächen
Jetzt kannst Du die Flächen schattieren. Dadurch bekommt der Oktaeder mehr Tiefe und wirkt räumlicher.
Nutze dafür am besten einen weichen Bleistift. Du kannst die Schatten erst ganz leicht anlegen und dann vorsichtig verstärken. Mit dem Finger, einem Papierwischer oder einem weichen Tuch kannst Du die Übergänge sanfter machen. Mit dem Radiergummi lassen sich helle Stellen wieder herausarbeiten.
Die einzelnen Flächen des Oktaeders werden mit einem weichen Bleistift schattiert, um eine räumliche Wirkung zu erzeugen.Die Schattierung wird verfeinert, damit die räumliche Form des Oktaeders deutlicher hervortritt.
Praxistipp beim Schattieren: Hau ruhig „auf den Putz“. Fehler sind leicht mit dem Radierer korrigierbar, also sei mutig.
Der fertige Oktaeder
Nun ist der Oktaeder fertig gezeichnet. Durch die roten Kanten und die Schattierung entsteht eine einfache, aber wirkungsvolle räumliche Darstellung.
Die Form erinnert an zwei Pyramiden, die sich in der Mitte begegnen. Eine Spitze zeigt nach oben, eine nach unten. Genau das macht den Oktaeder für mich so interessant: Er ist klar, ruhig und ausgewogen.
Ziehe nochmals die roten Linien nach, so wirkt es stärker.
Der fertige Oktaeder ist schattiert und zeigt die räumliche Form eines platonischen Körpers.Falls Du einen Oktaeder gerne basteln möchtest, dann findest Du hier eine Anleitung samt Schablone.
Warum diese Konstruktion so gut funktioniert
Diese Zeichenmethode ist so praktisch, weil sie mit sehr wenigen Schritten auskommt. Du brauchst keine komplizierten Winkel und keine schwere Berechnung.
Der Radius des Kreises enthält die Konstruktion des Sechsecks bereits in sich. Wenn Du den Radius auf der Kreislinie abträgst, teilt sich der Kreis automatisch in sechs gleiche Abschnitte. Daraus entsteht das regelmäßige Sechseck.
Und wenn Du im Sechseck jeden zweiten Punkt verbindest, entsteht ein gleichseitiges Dreieck. Genau dieses Dreieck gibt der Zeichnung ihre räumliche Spannung.
Der Oktaeder erscheint also nicht durch Zufall, sondern aus einer sehr einfachen geometrischen Ordnung.
Der Oktaeder in der Blume des Lebens als kurze Animation.
Zudem zeigt sich der Oktaeder – wie auch einige andere platonische Körper – in der Blume des Lebens nicht nur in einer einzigen Größe. Die Form kann in verschiedenen Maßstäben auftauchen, während ihre innere Ordnung gleich bleibt.
Das finde ich besonders spannend: Die gleiche Struktur erscheint auf unterschiedlichen Ebenen wieder. Auch in größeren Graden der Blume des Lebens lässt sich der Oktaeder daher exakt konstruieren.
Was ist ein Oktaeder?
Ein Oktaeder ist einer der fünf platonischen Körper. Sein Name kommt aus dem Griechischen. „Okta“ bedeutet acht und „hedra“ bedeutet Fläche.
Ein regelmäßiger Oktaeder besteht aus:
8 gleichseitigen Dreiecksflächen
12 Kanten
6 Ecken
Man kann ihn sich sehr einfach vorstellen: wie zwei quadratische Pyramiden, die an ihrer Grundfläche zusammengefügt sind. Dadurch entsteht eine obere Spitze, eine untere Spitze und eine gemeinsame Mitte.
Diese Mitte ist für die Wirkung des Oktaeders sehr wichtig. Während der Würfel eher stabil und erdig wirkt, erscheint der Oktaeder leichter, klarer und beweglicher.
Der Oktaeder und die heilige Geometrie
Die Grundlage dieser Anleitung ist das regelmäßige Sechseck. Und genau dieses Sechseck ist eine der wichtigsten Grundformen in der heiligen Geometrie.
Wenn Du einen Kreis zeichnest und den Radius auf der Kreislinie abträgst, entstehen sechs gleichmäßig verteilte Punkte. Verbindest Du diese Punkte, entsteht ein regelmäßiges Sechseck. Dieses Prinzip findest Du auch in der Saat des Lebens.
Die Saat des Lebens entsteht, wenn um einen Mittelpunkt sechs weitere Kreise mit gleichem Radius gezeichnet werden. Dadurch erscheint dieselbe Ordnung: sechs Richtungen um eine Mitte.
In dieser Anleitung nutzen wir diese Ordnung auf eine sehr einfache Weise. Aus dem Kreis entsteht das Sechseck. Aus dem Sechseck entsteht das Dreieck. Und zusammen bilden diese Linien die sichtbare Form des Oktaeders.
So betrachtet ist der Oktaeder nicht einfach nur eine geometrische Figur. Er entsteht aus einer Ordnung, die bereits im Kreis verborgen liegt.
Wo steckt der Oktaeder im Hexaeder?
Besonders schön finde ich auch den Zusammenhang zwischen Oktaeder und Hexaeder. Der Hexaeder ist der Würfel. Auch er gehört zu den fünf platonischen Körpern.
Oktaeder und Hexaeder passen auf eine besondere Weise zusammen. Wenn Du bei einem Würfel die Mittelpunkte der sechs Flächen miteinander verbindest, entsteht ein Oktaeder. Diesen Zusammenhang habe ich in diesem Video dargestellt:
Allerdings könnte man es auch anders sehen. Wenn man zwei gegenüberliegende Flächen des Würfels zu einer Ecke schrumpft, entsteht auch ein Oktaeder. Das fasziniert mich, wie sich die heilige Geometrie auf verschiedenste Arten zeigt. Ich glaube, da steckt mehr Tiefe dahinter. Es ist für mich so perfekt, so passend, so eine Art „Echtheit“. Bisschen künstlerisch habe ich das in dieser Animation aufgezeigt:
Der Würfel hat sechs Flächen. Diese sechs Flächenmittelpunkte werden zu den sechs Ecken des Oktaeders. Der Oktaeder ist also auf eine sehr harmonische Weise im Würfel enthalten.
Das ist einer dieser Momente, in denen Geometrie für mich fast lebendig wirkt. Eine Form trägt die andere bereits in sich. Der Würfel enthält den Oktaeder. Und der Oktaeder verweist wieder zurück auf den Würfel.
Genau solche Zusammenhänge machen die platonischen Körper so spannend. Sie stehen nicht einfach nebeneinander, sondern sind miteinander verbunden.
Spannend ist dabei auch der Bezug zum Sterntetraeder, der auch als Merkaba bekannt ist. Denn auch der Sterntetraeder lässt sich im Würfel finden: Verbindet man bestimmte gegenüberliegende Eckpunkte beziehungsweise Diagonalen des Würfels, entstehen zwei ineinanderliegende Tetraeder.
Der Oktaeder entsteht dagegen aus den Mittelpunkten der sechs Würfelflächen. Beide Formen zeigen sich also im Hexaeder, aber auf unterschiedliche Weise: Der Sterntetraeder nutzt die Ecken des Würfels, der Oktaeder die Flächenmitten.
Genau das finde ich an der heiligen Geometrie so faszinierend: Im selben Grundkörper liegen verschiedene Formen verborgen. Je nachdem, welche Punkte man verbindet, zeigt sich eine andere Ordnung.
Die Bedeutung des Oktaeders
In der heiligen Geometrie wird der Oktaeder oft mit Ausgleich, Mitte und Balance verbunden. Das liegt auch sehr nahe, wenn man seine Form betrachtet.
Eine Spitze zeigt nach oben. Eine Spitze zeigt nach unten. Dazwischen liegt das Zentrum.
Ein Oktaeder, der sich dreht. Klar erkennbar: Ein Oktaeder besteht aus zwei Viereckpyramiden übereinander. Quelle
Man kann darin eine Verbindung zwischen oben und unten sehen. Zwischen Himmel und Erde. Zwischen Geist und Materie. Oder ganz einfach zwischen zwei Richtungen, die sich in der Mitte begegnen.
Der Oktaeder wird außerdem häufig dem Element Luft zugeordnet. Auch das passt für mich gut. Luft steht für Bewegung, Atem, Klarheit, Austausch und Leichtigkeit.
Genau diese Qualität kann man auch im Oktaeder wiederfinden: Er hat eine klare Mitte, wirkt aber trotzdem nicht schwer. Seine Spitzen zeigen nach oben und unten, während die Form selbst offen und ausbalanciert erscheint.
Für mich verbindet der Oktaeder dadurch Zentrierung und Beweglichkeit. Er ist nicht starr, sondern wirkt wie eine ruhige Ordnung, durch die Luft und Raum hindurchfließen können.
Zusammenfassung
Um einen Oktaeder zu zeichnen, brauchst Du nur wenige Grundformen: einen Kreis, ein regelmäßiges Sechseck und ein Dreieck im Sechseck.
Die Konstruktion ist einfach, aber sie zeigt einen schönen Zusammenhang: Aus dem Kreis entsteht das Sechseck. Aus dem Sechseck entsteht das Dreieck. Und aus diesen Linien wird die räumliche Form des Oktaeders sichtbar.
Für mich passt diese Form wunderbar zur heiligen Geometrie. Der Oktaeder verbindet Klarheit und Mitte, oben und unten, Struktur und Leichtigkeit.
Wenn Du weitere Formen der heiligen Geometrie zeichnen möchtest, könnten auch diese Anleitungen interessant für Dich sein:
Ja. Für diese Anleitung brauchst Du kein Geodreieck. Zirkel, Lineal und Bleistift reichen aus.
Warum entsteht aus dem Sechseck ein Oktaeder?
Das Sechseck liefert die sechs äußeren Punkte der Konstruktion. Wenn jeder zweite Punkt verbunden wird, entsteht ein Dreieck im Sechseck. Zusammen mit den äußeren Linien ergibt sich die räumliche Darstellung des Oktaeders.
Welcher Radius eignet sich für DIN A4?
Für DIN A4 eignet sich ein Radius von 9 cm gut. Du kannst den Oktaeder aber auch kleiner oder größer zeichnen, wenn Du den Radius entsprechend anpasst.
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