Der Metatrons Würfel gilt als eines der bekanntesten Symbole der heiligen Geometrie. Viele Menschen sehen in ihm eine Verbindung zwischen Mathematik, Natur und Spiritualität. Doch wie viel Geometrie steckt tatsächlich hinter den häufig wiederholten Behauptungen?
Vorneweg: In diesem Beitrag vertrete ich eine andere Sichtweise als viele klassische Esoterikseiten. Ich untersuche die Zusammenhänge zwischen Metatronswürfel, Blume des Lebens, platonischen Körpern, Geometrie und spiritueller Deutung aus meiner eigenen Forschung heraus.
Wichtig ist mir dabei: Dies ist mein aktueller Wissensstand. Er ist nicht in Stein gemeißelt. Geometrische Forschung lebt davon, dass man prüft, vergleicht, verwirft, verbessert und manchmal auch eigene frühere Annahmen neu einordnet.
Im gängigen Metatronswürfel sollen alle platonischen Körper enthalten sein. In diesem Beitrag beleuchte ich vor allem zwei davon genauer: den Dodekaeder und den Ikosaeder. Zuerst geht es um die geometrische Darstellung und Untersuchung. Danach folgt die tiefere Deutung.
Metatronswürfel, Blume des Lebens und platonische Körper
Der klassische Metatronswürfel wird aus der Frucht des Lebens abgeleitet. Diese wiederum steht in enger Verbindung zur Blume des Lebens. Aus den Kreisen, Schnittpunkten und Verbindungslinien entstehen geometrische Strukturen, die häufig verwendet werden, um die fünf platonischen Körper darzustellen.
Die Blume des Lebens entsteht, indem immer wieder Kreise mit demselben Radius gezeichnet werden. Dabei wird die Zirkelspitze jeweils auf einen Schnittpunkt oder einen Punkt der vorhandenen Kreislinien gesetzt. Durch die fortlaufende Wiederholung dieses Musters wächst Schritt für Schritt die charakteristische Struktur der Blume des Lebens.
Die Blume des Lebens beruht auf einer sechsbasierten Struktur. Sie entsteht aus gleichen Kreisen, gleichen Abständen und regelmäßigen Wiederholungen. Genau darin liegt ihre Schönheit und ihre Ordnung.
Doch bei genauerer Betrachtung fiel mir auf, dass nicht alle platonischen Körper gleich natürlich in diese sechsfache Struktur passen. Besonders Dodekaeder und Ikosaeder wirkten auf mich immer etwas anders als Tetraeder, Würfel und Oktaeder.
Drei Varianten der Darstellung
Grundsätzlich lassen sich drei verschiedene Varianten unterscheiden, wie Dodekaeder und Ikosaeder im Zusammenhang mit dem Metatronswürfel dargestellt werden können.
Variante 1: Der klassische Metatronswürfel
In der gängigen Darstellung des Metatronswürfels sind Dodekaeder und Ikosaeder zwar enthalten, werden jedoch deutlich kleiner dargestellt als einige der anderen platonischen Körper. Besonders der Dodekaeder wirkt in dieser klassischen Darstellung eher in die Mitte hineingezogen.
Variante 2: Ein angepasster Metatronswürfel mit gleich großen Körpern
Aus diesem Grund habe ich vor einiger Zeit eine eigene Variante entwickelt, bei der die platonischen Körper gleichwertiger und vergleichbarer dargestellt werden. Auch diese Variante bleibt allerdings innerhalb der sechsbasierten Struktur der Blume des Lebens. Dodekaeder und Ikosaeder bleiben daher geometrisch betrachtet Annäherungen.
Variante 3: Die 5-10-20er Struktur
Die dritte Variante ist eine andere Herangehensweise. Sie basiert nicht mehr auf der sechsbasierten Kreisstruktur der Blume des Lebens, sondern auf einem regelmäßigen 10-Eck, dessen Punkte alle miteinander verbunden werden. Aus diesem vollständigen Linienraster entsteht eine 5-10-20er Struktur, in der Dodekaeder und Ikosaeder orthografisch wesentlich stimmiger erscheinen.
Diese Struktur ist für mich besonders interessant, weil sie nicht versucht, Dodekaeder und Ikosaeder in die 6er-Struktur hineinzudrücken. Stattdessen arbeitet sie mit einer fünfbasierten beziehungsweise zehnbasierten Ordnung, die natürlicher zum goldenen Schnitt passt.
Variante 1: Dodekaeder und Ikosaeder im klassischen Metatronswürfel
In der klassischen Darstellung des Metatronswürfels sind die platonischen Körper nicht gleich groß dargestellt. Gerade beim Dodekaeder ist deutlich zu sehen, dass er nur relativ klein eingezeichnet werden kann. Er ergibt sich aus inneren Überschneidungspunkten und sitzt dadurch stark im Zentrum der Struktur.
Da Dodekaeder und Ikosaeder eng mit dem goldenen Schnitt verbunden sind, passen sie meines Erachtens nicht vollständig natürlich in die sechsfache Struktur der Blume des Lebens. Sie können darin dargestellt werden, aber eher als geometrische Annäherung.
Anmerkung: Auch die Blume des Lebens enthält im Verborgenen Bezüge zum goldenen Schnitt. Ich habe bisher jedoch noch nicht herausgefunden, wie sich dieser innerhalb der klassischen Kreisstruktur so nutzen lässt, dass daraus Dodekaeder und Ikosaeder geometrisch sauber konstruiert werden können.
Der klassische Metatronswürfel entsteht aus der Frucht des Lebens. Die Verbindungslinien werden häufig verwendet, um die fünf platonischen Körper geometrisch darzustellen.Darstellung eines Ikosaeders innerhalb des klassischen Metatronswürfels. Die Projektion basiert auf der traditionellen sechsbasierten Struktur der Frucht des Lebens und wird häufig zur Darstellung des Ikosaeders verwendet.
Vielleicht fällt auf, dass sich der Ikosaeder in der klassischen Metatronswürfel-Struktur auch größer darstellen lässt. Für den Dodekaeder gilt dies meines Erachtens jedoch nicht in gleicher Weise. Er benötigt für die Konstruktion bestimmte Überschneidungspunkte, die sich vor allem in der Mitte befinden. Dadurch wird er in der klassischen Darstellung sehr klein.
Darstellung eines Dodekaeders innerhalb des klassischen Metatronswürfels. In der traditionellen Konstruktion ist der Dodekaeder deutlich kleiner als einige der anderen platonischen Körper und basiert auf einer Annäherung innerhalb der sechsbasierten Struktur.
Variante 2: Ein angepasster Metatronswürfel mit gleich großen Körpern
Diese Beobachtung ließ mich lange nicht los. Ich empfand in der klassischen Darstellung ein geometrisches und symbolisches Ungleichgewicht. Wenn alle fünf platonischen Körper eine eigene Bedeutung und eine eigene Elementzuordnung besitzen, warum sollten dann einige deutlich größer erscheinen und andere kleiner?
Deshalb entwickelte ich eine alternative Darstellung, bei der die platonischen Körper innerhalb der Metatronswürfel-Struktur gleichwertiger und vergleichbarer erscheinen.
Alternative Darstellung des Metatronswürfels, bei der die platonischen Körper auf eine vergleichbare Größe skaliert werden. Ziel dieser Variante ist eine gleichwertigere Darstellung von Ikosaeder und Dodekaeder innerhalb der sechsbasierten Struktur.
Auch in unserer Kartenlegen-App kommt diese Variante des Metatronswürfels zur Geltung und besitzt dort eine eigene tiefere Bedeutung.
Beispielkarte „Echter Metatronswürfel“ mit der Zahl 51 aus der Kartenlegen-App.
Auch in diese angepasste Struktur lässt sich der Ikosaeder als Annäherung einzeichnen.
Darstellung eines Ikosaeders innerhalb eines modifizierten Metatronswürfels. Im Gegensatz zur klassischen Darstellung wurde die Größe angepasst, sodass der Ikosaeder in einer mit den übrigen platonischen Körpern vergleichbaren Größe dargestellt wird.
Dasselbe gilt für den Dodekaeder. Auch er kann in dieser angepassten Form größer und gleichwertiger dargestellt werden. Dennoch bleibt diese Variante eine Annäherung innerhalb der sechsbasierten Struktur.
Darstellung eines Dodekaeders innerhalb eines modifizierten Metatronswürfels. Die Konstruktion verfolgt das Ziel, alle platonischen Körper in vergleichbarer Größe abzubilden, während die Grundstruktur des Metatronswürfels erhalten bleibt.
Variante 3: Die 5-10-20er Struktur als neue Grundlage
Da die Blume des Lebens in ihrer klassischen Form auf der 6er-Struktur beruht, lässt sich die Geometrie von Dodekaeder und Ikosaeder darin nicht ohne Weiteres sauber darstellen. Vielleicht ist es möglich und ich habe den entsprechenden Weg bisher nur noch nicht entdeckt. Doch aus meinen bisherigen Versuchen entstand eine andere Lösung.
Ich fand eine neue Grundstruktur, die sich ganz anders verhält als die Blume des Lebens. Sie besteht nicht aus Kreisen, sondern aus Linien. Gleichzeitig enthält sie an vielen Stellen den goldenen Schnitt.
Für mich ist diese Struktur eine Art männliche Energievariante zur Blume des Lebens: Die Linie ordne ich symbolisch der männlichen Energie zu – forschend, wachsend, ausrichtend. Der Kreis steht für mich eher für die weibliche Energie – umhüllend, geborgen, liebend.
Geometrisch entsteht diese Struktur sehr einfach:
Erstelle ein regelmäßiges 10-Eck und verbinde jeden Punkt mit jedem anderen Punkt.
Mehr braucht es zunächst nicht. Dadurch entsteht ein vollständiges Liniennetz aus dem regelmäßigen Zehneck.
Diese 5-10-20er Struktur entsteht durch die Verbindung aller Eckpunkte eines regelmäßigen Zehnecks. Das entstehende Raster ermöglicht die Konstruktion orthografischer Projektionen von Dodekaeder und Ikosaeder innerhalb derselben Grundstruktur. Für mich liegt in solchen Symmetrien mehr als reine Mathematik. Ich glaube, dass die Betrachtung harmonischer geometrischer Muster den Geist neu ordnen kann und darin auch ein heilender Aspekt der heiligen Geometrie liegt. Genau deshalb übt sie auf mich eine so tiefe Faszination aus.
Der Ikosaeder in der 5-10-20er Struktur
In dieser Struktur lässt sich der Ikosaeder sehr stimmig darstellen. Die Eckpunkte ergeben sich aus dem Raster und dessen Verbindungslinien.
Orthografische Darstellung eines Ikosaeders innerhalb einer 5-10-20er Struktur. Die Eckpunkte ergeben sich direkt aus dem zugrunde liegenden Zehneck-Raster und dessen Verbindungslinien.
Der Dodekaeder in der 5-10-20er Struktur
Auch der Dodekaeder lässt sich in dieser Struktur sauber einzeichnen. Im Gegensatz zur sechsbasierten Struktur wirkt er hier nicht hineingedrückt, sondern geht direkt aus dem Raster hervor.
Orthografische Darstellung eines Dodekaeders innerhalb einer 5-10-20er Struktur. Die Konstruktion basiert auf einem vollständigen Zehneck-Raster, wodurch die Eckpunkte direkt aus der Geometrie der Struktur hervorgehen.
Übrigens: Diese Struktur eignet sich auch als faszinierende Anleitung, um einen Dodekaeder zu zeichnen. Eine Annäherung in der Sechserstruktur findest Du in meiner bisherigen Anleitung zum Dodekaeder-Zeichnen.
Besonders faszinierend finde ich: Zur Konstruktion benötigt man im Kern 10 gleichmäßig verteilte Punkte in einem Kreis. Diese werden später in einer kleineren Ebene beziehungsweise in einer zweiten Ordnung erneut aufgegriffen. So entstehen letztlich genau die 20 Ecken des Dodekaeders in der 3D-Ordnung.
5er-Struktur, 10er-Struktur und der goldene Schnitt
Für mich besteht der wesentliche Unterschied darin, dass die 5-10-20er Struktur den goldenen Schnitt direkt offenbart. Die Blume des Lebens enthält ihn zwar ebenfalls, doch dort begegnet er einem meist erst auf Umwegen.
Das regelmäßige 10-Eck enthält bereits Bezüge zur Fünfersymmetrie. In Fünfeck, Pentagramm, Dodekaeder und Ikosaeder tritt der goldene Schnitt sehr deutlich hervor.
Interessant ist dabei auch die Zahl 36:
360 Grad geteilt durch 10 ergibt 36 Grad.
36 Grad ist einer der Grundwinkel in dieser Ordnung. Gleichzeitig erinnert die Zahl 36 an einen Bereich nahe der menschlichen Körpertemperatur. Für mich ist das kein Beweis für einen tieferen Zusammenhang, aber eine bemerkenswerte symbolische Parallele. Für mich ist das kein mathematischer Beweis, aber ein interessanter symbolischer Zusammenhang.
Auch der menschliche Körper zeigt viele Bezüge zur 5-, 10- und 20er-Struktur:
5 Finger an einer Hand
10 Finger insgesamt
10 Zehen
zusammen 20 Finger und Zehen
der Leib mit 5 Ausrichtungen: 2 Arme, 2 Beine und 1 Kopf
Daraus lässt sich für mich eine Verbindung zwischen Mensch, Fünfersymmetrie und goldenem Schnitt betrachten. Nicht als starres Dogma, sondern als symbolisch-geometrische Spur.
Die Verbindung zwischen 5er- und 6er-Struktur
Auch wenn ich Dodekaeder und Ikosaeder eher der 5er- beziehungsweise 10er-Struktur zuordne, bedeutet das nicht, dass die 6er-Struktur falsch oder unwichtig wäre. Vielmehr wirken hier verschiedene Ordnungsprinzipien zusammen.
Eine interessante Verbindung zwischen 5er- und 6er-Struktur zeigt sich im Fibonacci-60-Code.
Karte 24 aus der Kartenlegen-App: Der Fibonacci-60-Code. 60 Fibonacci-Zahlen werden berechnet und jeweils nur die letzte Ziffer notiert. Diese Zahlenfolge wiederholt sich nach 60 Schritten, beziehungsweise in bestimmten Betrachtungen bereits nach 24 Schritten modulo 10.
Mehr Informationen zum Fibonacci-60-Code findest Du in diesem Video:
Während meiner Experimente mit dem Dodekaeder-Raster fiel mir auf, dass sich darin auch interessante Zahlenmuster darstellen lassen. In dieser Grafik wurde die Fibonacci-Folge kreisförmig angeordnet und mit einem Zehner-Raster sowie zwölf überlagerten Pentagrammen kombiniert. Dadurch entstehen Strukturen und Symmetrien, die an natürliche Wachstumsprozesse erinnern.
Ob darin mehr steckt als eine mathematisch und ästhetisch interessante Darstellung, überlasse ich der Betrachtung jedes Einzelnen. Für mich zeigt die Grafik vor allem, wie eng Zahlenfolgen, Geometrie und Musterbildung miteinander verbunden sein können.
Grafische Darstellung der Endziffern der Fibonacci-Folge innerhalb eines zehneckigen Rasters. Die Zahlen sind kreisförmig angeordnet und werden durch zwölf überlagerte Pentagramme ergänzt. Darüber habe ich zusätzlich das Zehnerraster eingefügt. Dadurch werden interessante Zusammenhänge zwischen den Endziffern der Fibonacci-Folge, der Fünfersymmetrie und geometrischen Ordnungsstrukturen sichtbar. Besonders erstaunlich finde ich, dass die im Zehnerraster verbundenen Endziffern der Fibonacci-Folge stets die Summe 20 ergeben. Für mich ist dies ein klares Geometrie- und Zahlenmuster dafür, dass alles mit allem verbunden ist und wir Teil eines größeren Ganzen sind. Die Fibonacci-60-Folge wird deshalb nicht umsonst auch als Sternentor oder Zeittor beschrieben. In ihr erkenne ich nicht nur eine mathematische Struktur, sondern auch einen Hinweis auf die tiefe Verbindung zwischen Bewusstsein, Geometrie und Seelenanbindung. Sie besitzt für mich eine gewisse Magie und tiefe Faszination.
Welche Körper passen natürlich in die 6er-Struktur?
Nach meinem derzeitigen Forschungsstand lassen sich Tetraeder, Hexaeder (Würfel) und Oktaeder sehr natürlich aus der sechsbasierten Struktur der Blume des Lebens ableiten. Diese Körper besitzen keinen direkten Bezug zum goldenen Schnitt und fügen sich deshalb harmonisch in die Geometrie gleicher Kreise und gleicher Abstände ein.
Anders verhält es sich bei Dodekaeder und Ikosaeder. Beide Körper sind eng mit dem goldenen Schnitt verbunden. Genau deshalb entsteht für mich der Eindruck, dass sie innerhalb der klassischen 6er-Struktur eher angenähert als vollständig natürlich dargestellt werden.
Dies ist keine endgültige Aussage, sondern mein aktueller Forschungsstand. Möglicherweise existieren innerhalb der Blume des Lebens weitere geometrische Zusammenhänge, die ich bislang noch nicht entdeckt habe.
Von Metatron zum 10er-Raster: Gedanken eines Abends
Eigentlich begann diese Untersuchung mit Zweifel am Metatronswürfel.
Schon länger hatte ich das Gefühl, dass dort etwas nicht ganz stimmig ist. Zwar wird häufig behauptet, der Metatronswürfel enthalte alle fünf platonischen Körper, doch bei genauer Betrachtung fiel mir auf, dass besonders Dodekaeder und Ikosaeder darin fremd wirken.
Während Tetraeder, Würfel und Oktaeder sehr natürlich aus der sechsbasierten Struktur der Blume des Lebens hervorgehen, scheinen Dodekaeder und Ikosaeder einer anderen geometrischen Ordnung zu folgen.
Hinzu kam ein weiterer Gedanke: Im klassischen Metatronswürfel erscheinen die Körper nicht gleichwertig. Der Dodekaeder, der in vielen spirituellen Traditionen mit Äther oder Geist verbunden wird, ist sogar kleiner und untergeordnet. Das fühlte sich für mich nicht stimmig an.
Im Laufe meiner Untersuchung entstand die Vermutung, dass hier zwei unterschiedliche geometrische Prinzipien aufeinandertreffen.
Die Blume des Lebens basiert auf:
Kreisen gleichen Radius
gleichen Abständen
einer sechsbasierten Ordnung
Der goldene Schnitt hingegen taucht besonders stark auf in:
Pentagrammen
Fünfecken
Dodekaedern
Ikosaedern
Daraus entstand für mich die Arbeitshypothese:
Die sechsfache Struktur organisiert den Raum. Ich bezeichne sie symbolisch als weibliche Energie.
Die fünffache Struktur organisiert Wachstum und Entwicklung. Ich bezeichne sie symbolisch als männliche Energie.
Dabei handelt es sich nicht um eine mathematische Aussage, sondern um eine symbolische Betrachtung.
Die Suche nach einem passenden Raster
Zunächst durchdachte ich verschiedene Möglichkeiten:
goldene Spiralen
Pentagrammnetze
Phi-Raster
Fibonacci-Strukturen
Doch nichts fühlte sich wirklich überzeugend an. Erst durch langes Ausprobieren und Vergleichen entstand schließlich die Entdeckung. Der Weg dorthin war nicht einfach. Umso verblüffender war die Erkenntnis, dass sich die Lösung am Ende sehr einfach formulieren ließ.
Die Entdeckung: ein vollständiges 10-Eck-Raster
Die Lösung erwies sich als überraschend einfach:
Erstelle ein regelmäßiges 10-Eck und verbinde jeden Punkt mit jedem anderen Punkt.
Genau wie die Blume des Lebens aus Kreisschnitten entsteht, entsteht hier ein dichtes Netz aus Linienschnitten.
Aus diesem vollständigen 10-Eck-Verbindungsnetz entstand ein Raster, in dem die orthografische Projektion des Dodekaeders nahezu perfekt liegt.
Nach mehreren Tests in Blender zeigte sich:
Die Eckpunkte liegen auf Rasterpunkten.
Die Konstruktion benötigt keine Umkreismittelpunkte.
Die Konstruktion benötigt keine zusätzlichen Hilfskonstruktionen.
Der Dodekaeder entsteht direkt aus dem Raster.
Dieses Raster kann auch als Kombination aus zwei übereinanderliegenden Pentagrammen und Fünfeckstrukturen verstanden werden, die vollständig miteinander verbunden sind.
Die Blender-Prüfung
Um sicherzugehen, überprüfte ich die Projektion in Blender. Der Dodekaeder musste lediglich um etwa -0,000405° korrigiert werden. Selbst bei maximalem Zoom blieb nur eine Abweichung von etwa zwei Pixeln sichtbar.
Der verwendete Winkel basiert auf dem Diederwinkel:
180° − arctan(2) = 116,565051177078°
Die halbe Neigung beträgt:
58,282525588539°
Mit diesem Wert passte die Projektion praktisch perfekt.
Der Ikosaeder als Gegenprobe
Als Gegenprobe testete ich anschließend den Ikosaeder. Da Ikosaeder und Dodekaeder Dualkörper sind, war die entscheidende Frage:
Funktioniert dieses Raster nur für den Dodekaeder oder für beide Phi-Körper?
Das Ergebnis war eindeutig: Auch der Ikosaeder fügte sich natürlich in dieselbe 10er-Struktur ein.
Damit entstand erstmals das Gefühl, dass beide Körper tatsächlich zu einer gemeinsamen geometrischen Familie gehören.
Eine mögliche Schlussfolgerung
Diese Untersuchung endet nicht mit einem endgültigen Beweis, sondern mit einer neuen Frage:
Brauchen Dodekaeder und Ikosaeder überhaupt die Blume des Lebens?
Oder besitzen sie vielleicht eine eigene geometrische Heimat?
Die Blume des Lebens könnte als Ausdruck einer sechsbasierten Ordnung verstanden werden. Das vollständige 10-Eck-Netz hingegen als Ausdruck einer fünfbasierten beziehungsweise phi-basierten Ordnung.
Gerade daraus entsteht für mich eine spannende Ergänzung: Die Blume des Lebens bleibt weiterhin bedeutsam. Doch möglicherweise ist sie nicht die natürlichste Struktur für Dodekaeder und Ikosaeder.
Die Schnecke als klassisches Beispiel von Spiralformen (auch goldene Spirale)
Nicht alles in der Natur ist perfekt passend
Wichtig ist mir an dieser Stelle auch eine gewisse Demut. Nicht alles in der Natur ist mathematisch perfekt. Der goldene Schnitt erscheint in Pflanzen, Körperformen oder natürlichen Wachstumsprozessen oft nicht exakt, sondern näherungsweise.
Blätter wachsen nicht immer vollkommen im goldenen Schnitt. Auch der menschliche Körperbau ist nicht überall exakt phi-proportional. Dennoch können wir im Großen und Ganzen deutliche Annäherungen erkennen.
Aus dieser Perspektive kann auch der klassische Metatronswürfel als Annäherung verstanden werden. Das möchte ich ausdrücklich nicht unterschlagen. Trotzdem empfinde ich die unterschiedliche Größe der dargestellten platonischen Körper als wichtigen Punkt, der genauer betrachtet werden sollte.
Die spirituelle Deutung: Wird der Geist klein gemacht?
In der klassischen Zuordnung stehen die fünf platonischen Körper für verschiedene Elemente:
Tetraeder: Feuer
Hexaeder beziehungsweise Würfel: Erde
Oktaeder: Luft
Ikosaeder: Wasser
Dodekaeder: Äther, Geist oder Prana
Gerade deshalb empfinde ich die klassische Darstellung des Metatronswürfels als schwierig. Wenn die Körper für Elemente stehen, dann stellt sich die Frage, warum einige größer und andere kleiner dargestellt werden.
Besonders der Dodekaeder ist dabei bemerkenswert. Er wird traditionell mit Äther oder Geist verbunden, ist im klassischen Metatronswürfel jedoch kleiner als die anderen. Für mich entsteht dadurch symbolisch der Eindruck, dass der Geist in dieser Darstellung klein gemacht wird.
Das ist keine endgültige Behauptung, sondern meine persönliche Deutung. Doch Symbole wirken über Form, Größe, Richtung und Gewichtung. Deshalb ist es für mich wichtig, solche geometrischen Details nicht zu übergehen.
Dodekaeder, Ikosaeder und Volumen
Auch räumlich betrachtet ist der Dodekaeder besonders interessant. Wenn alle platonischen Körper dieselbe Kantenlänge besitzen, hat der Dodekaeder das größte Volumen. Der Ikosaeder folgt danach.
Das bedeutet: Selbst wenn Dodekaeder und Ikosaeder in einer 2D-Darstellung gleich groß erscheinen wie die anderen Körper, besitzen sie in der räumlichen Betrachtung eine besondere Ausdehnung.
Aus symbolischer Sicht finde ich das bedeutsam. Der Dodekaeder, der mit Geist oder Äther verbunden wird, ist bei gleicher Kantenlänge der raumgreifendste platonische Körper. In der klassischen Metatronswürfel-Darstellung ist er jedoch ausgerechnet am kleinsten. Genau diese Umkehrung hat mich lange beschäftigt.
Das Verborgene ist nicht immer klein
Eine Beobachtung beschäftigt mich dabei besonders. In der klassischen Darstellung des Metatronswürfels ist der Dodekaeder vergleichsweise klein und unscheinbar. Gleichzeitig besitzt er bei gleicher Kantenlänge das größte Volumen aller platonischen Körper.
Ob dies bewusst so gewählt wurde oder lediglich eine Folge der geometrischen Konstruktion ist, kann ich nicht beantworten. Dennoch finde ich diesen Zusammenhang bemerkenswert. Ausgerechnet jener Körper, der traditionell mit Geist, Äther oder Prana verbunden wird, nimmt räumlich betrachtet den größten Raum ein.
Für mich steckt darin eine schöne Symbolik. Nur weil etwas verborgen, klein oder auf den ersten Blick unscheinbar erscheint, bedeutet das nicht, dass es unbedeutend ist. Manchmal verhält es sich sogar genau umgekehrt.
Vielleicht gilt dies nicht nur für die Geometrie. Auch Gedanken, Bewusstsein, Liebe, Mitgefühl oder innere Entwicklung sind oft nicht sichtbar und lassen sich nicht messen. Dennoch prägen sie unser Leben häufig stärker als viele Dinge, die unmittelbar ins Auge fallen.
Gerade deshalb fasziniert mich, dass die Geometrie hier scheinbar etwas ausdrückt, das auch auf spiritueller Ebene eine Bedeutung besitzt. Der Körper, der in der klassischen Darstellung des Metatronswürfels am kleinsten dargestellt wird, ist gleichzeitig derjenige, der den größten Raum einnimmt.
Für mich wirft das eine interessante Frage auf: Wurde dies bewusst so gewählt oder ist es lediglich eine Folge der geometrischen Konstruktion? Falls es bewusst gewählt wurde, warum wird ausgerechnet der Dodekaeder, der traditionell mit Geist, Äther oder Prana verbunden wird, so klein dargestellt?
Ich kenne die Antwort darauf nicht. Dennoch finde ich diesen Gedanken bemerkenswert. Vielleicht liegt gerade darin eine Botschaft verborgen: Dass das Unsichtbare, das Geistige und das nicht unmittelbar Messbare oft mehr Raum einnimmt, als wir zunächst vermuten.
Meine persönliche Erkenntnis
Eigentlich begann diese Untersuchung mit Frust. Metatron wirkte auf mich unbefriedigend. Andere Projekte wie Diamanten, Lebensbäume oder weitere geometrische Ideen lieferten zwar schöne Bilder, aber nicht den inneren Kern, nach dem ich gesucht hatte.
Doch gerade aus dieser Unzufriedenheit entstand schließlich etwas Neues. Nicht durch das Suchen einer fertigen Idee, sondern durch das Verfolgen einer Frage.
Am Ende stand kein abgeschlossenes Weltbild. Aber ein Raster, das sowohl Dodekaeder als auch Ikosaeder auf überraschend natürliche Weise trägt.
Und genau darauf bin ich stolz.
Eine Bekannte als Auslöserin dieses Beitrags
Interessanterweise entstand der konkrete Impuls zu diesem Beitrag durch eine Frage von einer Bekannten. Ich hatte das Thema Metatronswürfel lange mit mir herumgetragen, aber noch nicht veröffentlicht. Durch ihre Frage wurde sie gewissermaßen zur Senderin für dieses Projekt.
In einer Sprachnachricht erklärte ich ihr zunächst, dass ich bisher keine fertigen Inhalte zum Metatronswürfel veröffentlicht hatte. Ich hatte jedoch bereits ein Bild entwickelt, das ich für mich den „echten Metatronswürfel“ nannte.
In dieser Nachricht sprach ich auch zum ersten Mal offen darüber, dass ich im klassischen Metatronswürfel zwei grundlegende Verschiebungen sehe:
Die platonischen Körper werden unterschiedlich groß dargestellt.
Dodekaeder und Ikosaeder passen nicht vollständig natürlich in die sechsfache Struktur.
Gerade diese beiden Punkte führten schließlich zu der tieferen Untersuchung, die in diesem Beitrag beschrieben wird.
Fazit: Mythos, Annäherung oder neue Ordnung?
Für mich ist der Metatronswürfel nicht einfach falsch. Aber ich sehe ihn inzwischen differenzierter.
Er zeigt wichtige geometrische Zusammenhänge. Gleichzeitig scheint er Dodekaeder und Ikosaeder nicht in ihrer eigenen Ordnung darzustellen, sondern als Annäherung innerhalb einer sechsbasierten Struktur.
Die 5-10-20er Struktur eröffnet dagegen eine andere Sichtweise. Sie zeigt Dodekaeder und Ikosaeder nicht als hineingezwängte Formen, sondern als natürliche Erscheinungen einer fünfbasierten beziehungsweise zehnbasierten Ordnung.
Vielleicht geht es also nicht darum, den Metatronswürfel zu verwerfen. Vielleicht geht es darum, ihn nicht als einzige geometrische Wahrheit zu betrachten.
Die Blume des Lebens zeigt eine Ordnung des Kreises und der Sechs. Das 10-Eck-Raster zeigt eine Ordnung der Linie, der Fünf, der Zehn und des goldenen Schnitts.
Beide können nebeneinander bestehen.
Und vielleicht beginnt genau dort ein neuer Blick auf heilige Geometrie.
Weiterführende Untersuchungen zum Metatronswürfel
Während meiner Recherche stellte ich fest, dass ich mit meinen Fragen zum Metatronswürfel nicht allein bin. Die meisten Quellen beschreiben zwar die spirituelle Bedeutung oder die Verbindung zu den platonischen Körpern, gehen jedoch kaum auf die geometrischen Details ein.
Besonders interessant fand ich deshalb einige Autoren und Projekte, die sich ebenfalls mit der geometrischen Genauigkeit des Metatronswürfels beschäftigen.
Patrick Hentsch – The Problem with Metatron’s Cube
Patrick Hentsch untersucht in seinem Essay The Problem with Metatron’s Cube die Frage, ob Dodekaeder und Ikosaeder tatsächlich so eindeutig im klassischen Metatronswürfel enthalten sind, wie häufig behauptet wird. Dabei weist er auf verschiedene geometrische Schwierigkeiten hin und schlägt alternative Betrachtungsweisen vor.
Besonders spannend fand ich, dass einige seiner Fragestellungen sehr ähnlich zu den Beobachtungen sind, die mich zu meiner eigenen Untersuchung geführt haben.
Das Wolfram Demonstrations Project betrachtet den Metatronswürfel aus mathematischer Sicht. Dort werden die platonischen Körper und ihre Projektionen interaktiv dargestellt.
Für Leser, die sich stärker für die mathematische Seite interessieren, bietet dieses Projekt interessante Einblicke in die Geometrie und die räumlichen Zusammenhänge der platonischen Körper.
Auf Geometry Code werden verschiedene dreidimensionale Darstellungen von Blume des Lebens, Frucht des Lebens, Metatronswürfel und den platonischen Körpern gezeigt. Besonders hilfreich sind die Animationen und Visualisierungen, um die räumlichen Zusammenhänge besser nachvollziehen zu können.
Auch wenn die Herangehensweise teilweise von meiner eigenen Sichtweise abweicht, liefern die Darstellungen interessante Denkanstöße und ergänzende Perspektiven.
Je tiefer ich mich mit dem Thema beschäftigte, desto deutlicher wurde für mich, dass der Metatronswürfel weit komplexer ist, als die meisten Darstellungen vermuten lassen. Die Frage lautet für mich heute nicht mehr, ob alle platonischen Körper enthalten sind, sondern auf welche Weise sie enthalten sind und welche geometrischen Annäherungen dabei verwendet werden.
Gerade die Untersuchung von Dodekaeder und Ikosaeder hat mich schließlich zur Entwicklung der hier vorgestellten 5-10-20er Struktur geführt. Ob diese Sichtweise dauerhaft Bestand haben wird, kann ich heute noch nicht sagen. Doch genau diese Offenheit macht Forschung für mich spannend.
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